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Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiatrie und Psychotherapie

Die Psychiatrie befasst sich mit der Erkennung und Behandlung von psychischen und seelischen Störungen. Zudem spielt die Prävention, Rehabilitation und die Lebensbegleitung psychisch Kranker eine sehr wichtige Rolle.
Wir als psychiatrische Fachärzte untersuchen und behandeln die Veränderungen und Störungen der Gefühle, des Denkens, aber auch der Stimmungen, des Antriebs und des Gedächtnisses. Als Ursache von psychischen Erkrankungen sind meist mehrere Ursachen anzunehmen. Oft sind u.a. Veränderungen des Gehirnstoffwechsels und der Gehirnsubstanz an der Entstehung beteiligt. Auch aktuelle Erlebnisse, zurückliegende belastende Ereignisse, seelische Konflikte und zwischenmenschliche Spannungen können zur Entwicklung einer psychischen Störung beitragen.

Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über häufige psychiatrische Erkrankungen.
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Demenz

Die Demenz ist eine langsam fortschreitende Hirnerkrankung, die mit einem zunehmenden Verfall und Abbau der geistigen Fähigkeiten einhergeht. Anfangs findet sich eine leichte Vergesslichkeit, in der Folge kommt es zu Störungen des Gedächtnisses und der mentalen Funktionen sowie zu Schwierigkeiten bei der Verrichtung alltäglicher Dinge. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Wesensveränderung mit zunehmender Einbuße der eigenen Selbstständigkeit bis hin zur Pflegebedürftigkeit kommen.
In Deutschland leben derzeit über eine Million Menschen mit einer mindestens mittelschweren Demenz. Bei den über 85-Jährigen liegt bei jedem Vierten eine Demenz vor.
Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Erkrankung, sie betrifft über zwei Drittel aller Demenzen.
Eine ursächliche Behandlung der Alzheimer-Demenz ist aktuell noch nicht bekannt. Die Behandlung von Demenzkranken sollte deshalb auf das Erhalten von alltagsrelevanten Fähigkeiten (u.a. medikamentöse Behandlung) abzielen und die Versorgungssituation von Erkrankten und Angehörigen verbessern.
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Sucht- und AbhÄngigkeitserkrankungen

Substanzen wie Alkohol, Tabak, bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine und illegale Drogen, z.B. Cannabis, Ecstasy, LSD, Kokain und Heroin (Opioide) besitzen allesamt ein Suchtpotenzial.
Eine Suchterkrankung entsteht über die Stufen Erfahrung - Wiederholung – Gewöhnung.
Als Gewöhnung (Toleranz) wird die Abnahme der Drogenwirkung bei wiederholter Gabe bezeichnet. Dieser Wirkungsverlust wird bei Suchtpatienten mit Einnahme immer höherer Dosen kompensiert.

Bei einer Abhängigkeit müssen im Laufe der letzten 12 Monate mindestens drei dieser sechs Kriterien erfüllt sein: 
  • starkes, unwiderstehliches Verlangen, ein bestimmtes Rauschmittel zu konsumieren
  • verminderte Kontrollfähigkeit über Menge, Zeitpunkt und Dauer der Zufuhr
  • körperliche Entzugserscheinungen
  • stetige Dosissteigerung aufgrund der Toleranzentwicklung
  • wachsender Interessenverlust an anderen Dingen
  • anhaltender Konsum trotz nachweisbarer schädlicher gesundheitlicher oder sozialer Folgen

Nach aktuellen Schätzungen gibt es in Deutschland: 
ca. 16 Mio. Raucher, ca. 1,7 Mio. Alkoholabhängige, ca. 1,1 bis 1,4 Mio. Medikamentenabhängige, ca. 150.000 Drogenabhängige.
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Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis

Die Schizophrenie ist eine psychische Störung, bei der Denken, Wahrnehmung und Gefühle beeinträchtigt sind. Die typischen Symptome umfassen Halluzinationen, insbesondere das Hören von Stimmen, die andere nicht hören, ein Beobachtungs- oder Verfolgungswahn, unlogisches für andere nicht nachvollziehbares Denken. U.a. kann es auch zu der Überzeugung kommen, dass Gedanken von außen eingegeben oder entzogen würden. Zustände mit starker Erregung oder ausgeprägter Antriebshemmung, z.T. auch im Wechsel, sind nicht selten.
Schizophrene leiden erheblich unter ihrer Erkrankung, nehmen aber häufig von sich aus keine Hilfe in Anspruch. Vermittlung und Motivation durch andere sind meist nötig. Die Schwere der Erkrankungen nimmt zu, je länger sie unbehandelt bleibt.

Die Schizophrenie ist keine seltene Krankheit, einer von 100 Erwachsenen erkrankt in seinem Leben an einer Schizophrenie. Derzeit leiden in Deutschland aktuell rund 800.000 Menschen an einer Schizophrenie. Typischerweise tritt die Krankheit erstmals im frühen Erwachsenenalter auf, bei Männern in der Regel zwischen 20ten und 25ten Lebensjahr, bei Frauen zwischen dem 25ten und 30ten Lebensjahr.

Die frühe Diagnose ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung, die einer Chronifizierung vorbeugt. Bei Früherkennung und frühzeitiger Behandlung ist die Prognose der Krankheit Schizophrenie deutlich besser. Die Therapie umfasst dabei zum einen eine, in den meisten Fällen notwendige medikamentöse Therapie, zum anderen soziotherapeutische und psychotherapeutische Maßnahmen.
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Affektive Erkrankungen
(Depression, Manie, Bipolare StÖrung, Burnout)

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in zahlreichen unterschiedlichen Beschwerden äußern kann. Mögliche Anzeichen einer Depression sind eine dauerhaft gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken, Freud- und Interessensverlust sowie vielfältige körperliche Symptome, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen. Bei vielen der Betroffenen kommt es im Verlauf zu Selbstmordgedanken, wobei sich etwa 10% aller Patienten mit wiederkehrenden depressiven Phasen suizidieren. 
In Deutschland sind es schätzungsweise 5% der Bevölkerung, d.h. etwa 4 Millionen Menschen, die aktuell an einer Depression leiden.

Kommt es zu Phasen mit gesteigertem Antrieb und übermäßig gehobener und distanzloser Stimmung, ist eine Manie anzunehmen. Liegen manische und depressive Phasen im Wechsel vor, wird von einer bipolaren Störung (Manisch-Depressiv) gesprochen.

Depressionen können in der Regel gut behandelt werden. In Frage kommen die Psychotherapie, physikalische Maßnahmen oder eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva. Häufig wird auch eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung angewandt. Insbesondere bei mittelschweren und schweren Depressionen ist eine medikamentöse Behandlung mit speziell gegen Depressionen wirksamen Arzneien (Antidepressiva) sinnvoll und wirksam.
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Angst- und Zwangserkrankungen

Angsterkrankungen zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Trotz Fehlen akuter Gefahren und Bedrohungen kommt es bei Vorliegen dieser Erkrankungen zu massiven Angst- und Panikzuständen. Je nach Art der vorherrschenden Angstsymptomatik werden verschiedene Formen von Angststörungen unterschieden. Die drei wichtigsten Angsterkrankungen sind die Panikstörung, die generalisierte Angststörung und phobische Störungen (z.B. Platzangst, Flugangst, Höhenangst, soziale Phobie).
Unter Zwängen versteht man Gedanken und/oder Handlungen, zu denen man aus innerem Drang gezwungen ist. D.h. diese Gedanken und Handlungen drängen sich gegen den eigenen Willen auf und werden als unsinnig erlebt. Trotz innerem Widerstand müssen die Handlungen durchgeführt bzw. die Gedanken gedacht werden, da sonst ausgeprägte Ängste und Unbehagen auftreten. Z.T. versuchen die Betroffenen, negative, Angst auslösende Gedanken durch wiederholte Zwangshandlungen zu kontrollieren. Beispiele hierfür wären Waschzwänge, Kontrollzwänge, Symmetriezwänge oder Zählzwänge.
Bei beiden Erkrankungen (Angst- und Zwangsstörungen) kommen sinnvollerweise Kombinationen von Antidepressiva und einer Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) zum Einsatz und tragen in den meisten Fällen zu einer guten Rückbildung der Beschwerden bei.
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PersÖnlichkeitsstÖrungen
(z.B. Borderline-StÖrung)

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine komplexe und schwere psychische Störung, die durch ein Muster aus emotionaler Instabilität (schnell wechselnde Gefühlslagen), konfliktreichen zwischenmenschlichen Beziehungen, Störungen des Selbstbildes, Impulskontrollstörungen und selbstverletzenden Verhaltensweisen definiert ist.
Die Häufigkeit der Borderline-Störungwird mit etwa 1-2% in der Gesamtbevölkerung angegeben. Manche neuere Untersuchungen sprechen sogar von 5,9% in bestimmten Regionen. Andere Persönlichkeitsstörungen sind z.B. die narzisstische, die dependente, die anankastische oder die histrionische Persönlichkeitsstörung.

ADHS des Erwachsenenalters
("Zappelphilipp-Syndrom")

Die sogenannte Aufmerksamkeits-Überaktivitäts-Störung betrifft, wie der Name schon sagt, eine Störung der Aufmerksamkeit in Verbindung mit motorischer Überaktivität und einer verminderten Impulskontrolle. Dies kann oftmals so ausgeprägt sein, dass es bei einem hohen Anteil der Betroffenen zu deutlichen Schwierigkeiten in wichtigen Lebenssituationen wie Familie, Schule und Beruf kommt. Die Folge sind häufige Konflikte mit Vorgesetzten oder in zwischenmenschlichen Beziehungen.
In Deutschland wird die Anzahl der ADHS-Patienten in der Altersgruppe zwischen 6 und 18 Jahren auf ungefähr 5% geschätzt. Jungen sind etwa 4-mal häufiger betroffen als Mädchen, wobei bei Mädchen der gesteigerte Bewegungsdrang weniger ausgeprägt ist und die Diagnose deswegen auch weniger häufig gestellt wird.
In vielen Fällen kommt es im Erwachsenenalter zu einer weitgehenden Verbesserung der Symptomatik, jedoch erfüllen bis zu 2% der Betroffenen die Kriterien eines ADHS auch im Erwachsenenalter.

Eine Medikation ist in der Regel nur bei mittel und schwer betroffenen Fällen notwendig. Ziel der Behandlung ist es, die Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Selbststeuerungsfähigkeit zu verbessern und somit den Leidensdruck zu mindern. In manchen Fällen werden so erst die Voraussetzungen für weitere therapeutische Arbeit wie z.B. in der Verhaltenstherapie geschaffen. Zur medikamentösen Behandlung bei ADHS werden in erster Linie Stimulanzien eingesetzt, die den Dopaminstoffwechsel im Gehirn beeinflussen.

Psychotherapie

Die Psychotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. In der Psychotherapie wird ein bewusster und geplanter Prozess in Gang gesetzt, um Verhaltensstörungen zu beeinflussen, psychisches Leid zu lindern oder zu heilen und seelische sowie zwischenmenschliche Konflikte zu bewältigen.
Die beiden wichtigsten Therapieformen der Psychotherapie bilden die so genannte tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie (Psychoanalyse) und die Verhaltenstherapie.
In der Tiefenpsychologie wird angenommen, dass psychische Störungen durch vergangene Konflikte bedingt sind. Im Vordergrund der Behandlung stehen somit Aufdeckung und Auflösung dieser Konflikte sowie unbewusster Motive.
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass jedes Verhalten erlernt ist, durch Wiederholung aufrechterhalten wird, aber auch durch bestimmte Maßnahmen wieder verlernt werden kann. Dabei werden zu dem von außen beobachtbaren Verhalten auch Gefühle, Gedanken, Motive und Bewertungen mit in die Therapie einbezogen. Psychische Störungen werden als fehlerhaft erlerntes Verhalten in Anpassung an äußere und innere Reize gesehen und nicht, wie in der Psychoanalyse, als Symptom eines unbewussten Konflikts. Die Verhaltenstherapie macht sich somit zum Ziel, falsch Gelerntes umzubewerten bzw. umzulernen oder Fähigkeiten, welche bisher nicht gelernt wurden, einzuüben.